Nein zur Halbierungsinitiative

Die wichtigsten Gründe für ein NEIN

Die Halbierungsinitiative will die SRG zu einem radikalen Abbau zwingen – und schwächt damit unseren Zugang zu unabhängigen Informationen.

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Unverzichtbar in Krisenzeiten

Verlässliche Informationen sind unverzichtbar für eine sichere Schweiz. In weltpolitisch instabilen Zeiten steigt auch in der Schweiz das Risiko von Ausnahmezuständen. Deshalb sind verlässliche Informationen aus öffentlichen Medien gerade in Krisenzeiten ein wichtiger Teil unserer kritischen Infrastruktur. Es wäre falsch, das Schweizer Radio und Fernsehen zu schwächen.

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Unabhängigkeit von Marktlogik

Ein unabhängiges, nicht gewinnorientiertes Medienhaus ist für die politische Meinungsbildung in einer direkten Demokratie wie der Schweiz unverzichtbar. Die SRG berichtet gemäss klaren publizistischen Richtlinien – frei von politischen und wirtschaftlichen Interessen. Während kommerzielle Anbieter oft unter dem Druck stehen, durch emotionalisierte oder polarisierende Inhalte möglichst viele Klicks und Reichweite zu generieren, kann die SRG auf Vielfalt und Qualität setzen. Die Angebote der SRG geniessen in allen Sprachregionen ein grosses Vertrauen. Über 80 Prozent der Menschen in der Schweiz nutzen wöchentlich ein Angebot der SRG.

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Benachteiligung von Randregionen

Die SRG produziert ein qualitativ hochstehendes Angebot von Informations-, Kultur-, Sport- und Unterhaltungsinhalten auf Deutsch, Französisch, Italienisch und Rätoromanisch. Dieses eigenständige Angebot in allen vier Sprachregionen wäre mit der Halbierung des Budgets nicht mehr möglich, was die französische, italienische und rätoromanische Schweiz besonders hart treffen würde. Gleichzeitig könnten private Medienunternehmen diese Lücke aus finanziellen und infrastrukturellen Gründen nicht füllen, da der Schweizer Markt zu klein und zu fragmentiert ist.

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Anfälliger für Fake News

Im digitalen Zeitalter nehmen die Bedrohungen durch Fehl- und Desinformation immer stärker zu. Vor allem die rasante Entwicklung der künstlichen Intelligenz macht es einfacher denn je, Inhalte zu fälschen und die politische Meinungsbildung zu beeinflussen. Fehlinformationen und Desinformationen gelten global als grösste gesellschaftliche Risiken. Die SRG ist unsere Speerspitze im Kampf gegen Fake News. Sie steht für geprüfte Fakten und ein Netz an Korrespondentinnen und Korrespondenten, die Informationen vor Ort überprüfen. Gerade als Demokratie brauchen wir auch in Zukunft eine starke, glaubwürdige Berichterstattung.

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Weniger Sichtbarkeit für Kultur

Unsere Kultur könnte ohne die SRG weit weniger unterstützt und sichtbar gemacht werden. Heute bietet die SRG Kulturschaffenden eine Plattform über alle Sprachgrenzen hinweg und fungiert als Multiplikatorin für kulturelle Werke aus allen Landesteilen und Sparten. Ohne diese Zusammenarbeit – etwa in den Bereichen Film, Musik oder Literatur – wären viele Projekte kaum mehr umsetzbar. Ein bedeutender Teil unseres kulturellen Gedächtnisses in Bild und Ton ginge verloren.

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Verlust an Medienvielfalt

Alle Mittel, die der SRG fehlen würden, würden auch dem Medienplatz Schweiz fehlen. Das heisst: Die Initiative will dem Mediensystem in der Schweiz ohne Not 800 Millionen Franken entziehen. Dabei werden diese Mittel gerade mit Blick auf den fortschreitenden Abbau der Medienvielfalt in den Regionen wichtiger denn je. Profitieren würden ausländische TV- und Radiosender sowie internationale Plattformen – mehrheitlich aus den USA. Aus diesen Gründen lehnt auch der Branchenverband der privaten schweizerischen Medienunternehmen, Verlegerverband SCHWEIZER MEDIEN (VSM), die Halbierungsinitiative entschieden ab.

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Kürzung des SRG-Angebots

Unter den finanziellen Bedingungen der Halbierungsinitiative müsste die SRG ihr Angebot in allen Bereichen massiv reduzieren:

Es gäbe weniger unabhängige und vielfältige Informationsangebote, Eigenproduktionen wie Schweizer Serien wären kaum mehr finanzierbar, die Sportberichterstattung würde in Qualität und Breite stark abnehmen und viele Übertragungen würden ins Pay-TV abwandern. Ausserdem müssten die Förderung des Schweizer Films sowie barrierefreie Angebote reduziert werden und auch der hohe Anteil an Schweizer Produktionsfirmen könnte aus Kostengründen nicht mehr aufrechterhalten werden.

8

Schwächung der Demokratie

Ein unabhängiges, öffentliches und nicht gewinnorientiertes Medienhaus ist für die politische Meinungsbildung von zentraler Bedeutung – gerade in einer direkten Demokratie wie der Schweiz. Die SRG unterstützt die freie Meinungsbildung mit qualitativ hochwertiger Berichterstattung. Damit schafft die SRG die Grundlage für faktenbasierte Entscheide und wirkt einer Polarisierung der Gesellschaft entgegen. Der hohe Stellenwert der Information im SRG-Angebot wird regelmässig von wissenschaftlicher Seite überprüft und bestätigt. Und auch internationale Untersuchungen zeigen: Öffentliche Medien stärken das Vertrauen der Menschen in die Demokratie und schützen diese gegenüber autokratischen Tendenzen.

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Mehr Einfluss von Social Media

Die Halbierungsinitiative gefährdet die digitalen Informationsangebote der SRG, welche insbesondere für junge Menschen wichtig sind. Wird dort unabhängiger, redaktionell verantworteter Journalismus zurückgedrängt, entsteht ein Vakuum, das von Social-Media-Plattformen wie TikTok, YouTube, Instagram oder X gefüllt wird. Diese werden über Algorithmen aus dem Ausland gesteuert und fördern Inhalte, die polarisieren. Wenn die SRG als Gegengewicht fehlt, steigt die Gefahr, dass globale Konzerne und anonyme Akteure bestimmen, welche Themen in der Schweiz sichtbar sind – und wie sie eingeordnet werden.

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Weniger Sichtbarkeit für Sport

Die SRG berichtet nicht nur über grosse Sportereignisse, sondern gibt auch Randsportarten wie Unihockey, Schwingen oder Biathlon eine wichtige Plattform. Diese Sichtbarkeit ist entscheidend für Sponsoring, Vereinsleben und Begeisterung des Nachwuchs. Mit einer Budgetreduktion könnten Qualität und Breite der Sportberichterstattung nicht erhalten werden. Doch nicht nur die Randsportarten wären betroffen, sondern auch Breitensportarten wie der Fussball würden wegen der teuren Übertragungsrechte weniger zu sehen sein. Kommerzielle Medienhäuser können diese Lücken nicht schliessen, da sich TV-Sport aufgrund der komplexen Produktionen kaum rechnet. Die Folge wäre, dass viele Sportarten und Events verschwinden oder ins Pay-TV abwandern würden.

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Gefährdung des Zusammenhalts

Die SRG verbindet die Regionen: Sie bietet ein vielfältiges Angebot in allen vier Landessprachen und produziert gemeinsame nationale Inhalte über die Sprachgrenzen hinweg. Die SRG trägt zum gegenseitigen Verständnis bei: Im Durchschnitt berichten 25 Prozent aller Beiträge über eine andere Sprachregion. Auf der Streaming-Plattform Play Suisse können Filme, Serien und Dokumentationen der SRG aus allen Sprachregionen mit Untertiteln geschaut werden. Die SRG bringt die Menschen zusammen: Sie beleuchtet unterschiedliche Meinungen und bildet die Vielfalt der Lebensrealitäten in der Schweiz ab.

FAQ

Was würde die Annahme der Initiative für die SRG bedeuten?

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Die Halbierungsinitiative würde die SRG zu einem radikalen Abbau zwingen. Viele Programme könnten nicht mehr produziert werden, und der Zugang zu unabhängigen Informationen für die Bevölkerung würde stark eingeschränkt. Schweizer Kultur, Sport und Nachrichten aus allen Regionen wären betroffen.

Warum spart die SRG nicht einfach mehr?

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Die SRG spart bereits massiv. Sie hat einen umfassenden Transformationsprozess eingeleitet, um effizienter zu werden und bis 2029 rund 270 Millionen Franken einzusparen. Eine Halbierung des Budgets würde jedoch weit über diese Einsparungen hinausgehen und dazu führen, dass beliebte Programme wie «Tschugger», «DOK» oder Live-Sportsendungen nicht mehr produziert werden könnten.

Haben wir in der Schweiz die teuerste Medienabgabe Europas?

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Nein. Die SRG produziert Inhalte in vier Sprachen für vier Kulturregionen, was rund 40 Prozent der Kosten ausmacht. Würde es nur ein einsprachiges Angebot geben, läge die Abgabe bei rund 200 Franken – ungefähr im europäischen Durchschnitt.

Warum wird bei 200 Franken von Halbierung gesprochen?

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Neben der Senkung der Haushaltsabgabe würde auch die Unternehmensabgabe wegfallen und die Werbeeinnahmen würden stark zurückgehen. Insgesamt hätte die SRG damit nur noch etwa die Hälfte ihres heutigen Budgets.

Muss die SRG nicht endlich effizienter und schlanker werden?

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Die SRG arbeitet bereits daran, effizienter und digitaler zu werden. Eine Halbierung der Mittel würde jedoch nicht nur zu Einsparungen führen, sondern das Angebot massiv einschränken und viele beliebte Programme gefährden.

Wer nutzt heute überhaupt noch das Angebot der SRG?

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83 Prozent der Bevölkerung nutzen mindestens einmal pro Woche ein Angebot der SRG - ob im Fernsehen, im Radio, auf Websites, über Apps oder über Social-Media-Plattformen. Dabei erreicht die SRG auch das junge Publikum. Von den politisch interessierten jungen Menschen zwischen 15 und 34 Jahren geben 73 Prozent an, regelmässig SRG-Angebote zu nutzen.

Könnte die SRG weiterhin aus allen Sprachregionen berichten?

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Nein. Mit halbiertem Budget müsste die SRG viele ihrer Hauptstandorte und Regionalstudios schliessen. Nachrichten aus den Regionen würden stark reduziert, insbesondere in der Romandie, im Tessin und in der rätoromanischen Schweiz.

Was würde die Halbierung für die Randregionen bedeuten?

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Randregionen würden stark an Sichtbarkeit verlieren. Lokale Nachrichten, Kultur- und Sportangebote sowie die Präsenz der Landessprachen wären eingeschränkt. Regionalstudios müssten geschlossen werden, Inhalte würden zentraler produziert.

Welche Sendungen müssten bei Annahme der Initiative gestrichen werden?

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Viele Eigenproduktionen wären betroffen: Schweizer Serien, Filme, Musikprojekte, Sportübertragungen, Kulturformate und regionale Nachrichtensendungen.

Würde es weiterhin grosse Sportübertragungen geben?

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Viele Sportarten, besonders solche mit geringen Werbeeinnahmen, könnten nicht mehr gezeigt werden.

Was passiert mit Schweizer Serien, Filmen und Musik?

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Eigenproduktionen würden stark reduziert. Viele Serien, Filme und Musikprojekte aus der Schweiz könnten nicht mehr produziert werden, während internationale Inhalte den Markt dominieren würden.

Welche Rolle hat die SRG im Kampf gegen Fakenews und Desinformation?

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Die SRG liefert geprüfte, sachliche Informationen aus allen Regionen. Sie ist unabhängig von Politik oder Wirtschaft und schützt die Bevölkerung vor Desinformation. In einer unsicheren Welt, in der Fehlinformationen als Waffe genutzt werden, erfüllt sie eine sicherheitspolitische Aufgabe.

Sind öffentliche Medien wichtig für unsere Sicherheit?

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Ja. In Krisen oder bei nationalen Ereignissen liefern sie verlässliche Informationen und tragen zur Stabilität der Gesellschaft bei. Die SRG ist Teil der kritischen Infrastruktur und kann die Bevölkerung flächendeckend informieren.

Ist die SRG unabhängig von Klickzahlen und Besitzern?

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Ja. Die SRG ist eine unabhängige, nicht gewinnorientierte Organisation. Sie richtet ihre Inhalte nicht nach Klickzahlen oder Werbeeinnahmen aus und ist weder Eigentümern noch politischen Interessen verpflichtet. Sie gehört uns allen – der ganzen Bevölkerung – und arbeitet im öffentlichen Interesse.

Sollte sich die SRG auf ihren Kernauftrag der Information beschränken?

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Es gibt keinen Kernauftrag. Die SRG hat gemäss Verfassung und Konzession den Auftrag, Information, Kultur, Unterhaltung, Sport und Bildung anzubieten. Nur so erreicht sie ein breites Publikum. Ein reines Informations- oder Kultursender-Modell würde nur ein kleines Publikum bedienen.

Berichtet die SRG zu linkslastig?

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Nein. Die SRG ist verpflichtet, sachlich und ausgewogen zu berichten. Studien zeigen, dass sie bei Abstimmungen und Wahlen neutral bleibt und die Vielfalt der Meinungen abbildet.

Beendet die Initiative die Doppelbelastung von Unternehmen?

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Die Initiative reduziert die Abgabe für Unternehmen nur geringfügig. Schon heute sind über 75 Prozent der Unternehmen befreit, ab 2027 rund 80 Prozent. Die Entlastung wäre also begrenzt, während das Angebot für die Bevölkerung deutlich schrumpfen würde.

Würde die Initiative Singles und Junge entlasten?

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Die Gebühr wird für alle Haushalte halbiert, unabhängig von Einkommen oder Haushaltsgrösse. Junge Menschen nutzen viele Online-Angebote, die nach der Initiative nicht mehr abgedeckt wären. Die scheinbare Entlastung geht also zu Lasten des Angebots, von dem sie selbst profitieren.